Jetzt nach knapp drei Monaten, bzw. fast einem ganzen Quartal, haben wir endlich die Zeit eine ordentliche Mitteilung zu machen, aber auch eine kleine Auszeit zu deklarieren. Kommen wir zunächst zu dem wichtigsten: Die aktuellen Teilnehmerzahlen die innerhalb der Vermittlung zustande kamen.

  • Teilnehmer des Projektes insgesamt (Stand 05.08.2018): 10.352
  • Gesellschaftsuchend: 1536
  • Gesellschaft bietend: 8996
  • Matches: 748
  • Davon mit Feedback: 103
  • Teilnehmer von Twitter: 8371
  • Teilnehmer aus Facebook: 2161

Wie sind diese Zahlen zu interpretieren? Und welche Herausforderungen stellen sich mit der Vermittlung über soziale Netzwerke heraus? Was bedeutet das für unsere Vereinsarbeit?

Interpretation und Rückschlüsse
Zunächst: Wir stellten anfänglich fest, dass die Leute die sich in Ihrer Not des Alleinseins an uns wendeten, auch teils sehr spezifische Vorstellungen davon haben, wie der Gesellschaftsanbietende zu sein hat. Umgekehrt war dies aber auch sehr oft der Fall. Weil wir jedoch, wie im Gegensatz zu Datingportalen und sozialen Netzwerken, nicht mit Profilen arbeiten können und wollen, weil die Vermittlung letztlich in Handarbeit stattfindet, mussten wir oft mit der Vorstellung aufräumen, man würde hier seine Traumgesellschaft vorfinden. Wir vermitteln aber lediglich den Kontakt zu anderen Menschen die ebenfalls offen für neue Kontakte sind, unabhängig von Alter, Gesundheit, Religion, politischer Einstellung und sexueller Identität.

Eine andere Problematik war aus der Uraktion #KeinerTwittertAllein bekannt, die Änderungen der öffentlichen Profile. Wenn wir die Datenerfassung vornehmen, geschieht dies immer mit dem aktuellen Link zu dem jeweiligen Twitter bzw. Facebookprofil um eine eindeutige und schnelle Zuordnung zu ermöglichen. Leider änderten auch viele der Anbieter den Accountnamen und machten von daher den ursprünglichen Link den wir zur Identifizierung benötigten ungültig. Der Kontakt ist also nahezu unauffindbar. Auf Facebook gibt es dieses Problem aufgrund der Klarnamenpflicht nicht, weil die Nutzer dort weniger animiert sind den Profilnamen zu ändern.

Des Weiteren gab es eine Problematik mit dem Alter. Aufgrund der DSGVO die auch für uns, insbesondere zu Beginn des Projektes Vereinsintern und auch in der Arbeit mit der Vermittlung vor einige Herausforderungen stellte, ergab sich dadurch natürlich auch eine Schwierigkeit mit der Annahme des Alters der jeweiligen Teilnehmer. Alleine durch den Twitteraccount von @deinTherapeut kamen zu unserer Vermittlung per Nachricht ca. 500 offensichtlich Minderjährige, die ebenfalls in Gesellschaft vermittelt werden wollten. Wir wissen, dies ist ein sensibles Alter, jedoch können wir an der Stelle nichts tun und beharren von daher weiterhin darauf, an der Altersgrenze von 18 Jahren festzuhalten. Nachdem wir diesen Umstand jedoch erklärt haben, gab es meistens genug Verständnis für die Rechtslage, die auch für uns als Verein dann bedrohlich werden könnte.

Eine weitere für uns sehr positive Beobachtung, ist dass sich derzeit auch sehr viele Menschen über den Hashtag #KeinerBleibtAllein als solches im öffentlichen Web finden. Das bedeutet wiederum, dass wir mit dem Projekt als eine Art Kern betrachtet werden, der Notfalls für Menschen die Alleine sind, da sind und alles andere (wenn man offen genug ist) eben auch via Tweet oder Facebookbeitrag zu Gesellschaft führen kann.

Die letzte der Erkenntnisse zu den oben genannten Zahlen: Jetzt im Laufenden Jahr fehlt ein Kontext. Den Kontext gab es bei #KeinerTwitterAllein damals. Das war Weihnachten und Silvester, zwei Feste bei denen wenige alleine sein möchten. Unter dem Jahr, gibt es allerdings keinen Kontext. Einsamkeit wird situativ und ist eben auch nur in einer bestimmten Situation eine Notlage, von daher hatten wir auch viele Teilnehmer, die sich entweder nach einem Match nicht mehr meldeten, oder von sich aus 2-3 Tage später die Teilnahme entzogen haben.

Urlaubszeit und Zukunftspläne

#KeinerBleibtAllein ist bald wieder für Euch da
#KeinerBleibtAllein ist bald wieder für Euch da

Um an den oben genannten Problemstellungen zu arbeiten, benötigen wir eine Pause. Zum einen um die Arbeit mit Partnern zu intensivieren und das Projekt noch näher in die Öffentlichkeit zu bringen, zum anderen um die Arbeit mit den Behörden endlich zu einem positiven Ende führen zu können. Aktuell ist die Eintragung des Vereines immer noch mit viel Schriftverkehr mit dem lokalen Amtsgericht verwoben, ebenso wie die Eintragung zur Gemeinnützigkeit. Sich nebenher dabei nicht um die Vermittlung kümmern zu müssen, erleichtert diese Vorgänge essentiell, weil wir aufgrund der rechtlichen Situation, aktuell nur eine Ressource für alle Tätigkeiten zur Verfügung haben. Aus diesem Grunde ziehen wir uns für zwei Wochen zurück.

Die nächsten 1-2 Tage werden noch die restlichen ungelesenen Eingänge des Facebook und des Twitterprofils, aufgenommen und dann legen wir zum 20.8.2018 wieder los.

Für Euch. Damit niemand alleine bleiben muss.

Viele Grüße
Christian

Vorstand #KeinerBleibtAllein (e.V.)