Das Jahr 2018 mit #KeinerBleibtAllein

Es hat eine Weile gedauert, die Kennzahlen der Adventskampagne sinnvoll zu ermitteln, ineinander überführen und interpretieren zu können. Fest steht zunächst: Wir hatten einen gesamten Nachrichteneingang von 24603 Teilnehmern des Projektes #KeinerBleibtAllein im Zeitraum vom 18.11.2018 – 31.12.2018. Kommen wir also zunächst zu den Rohdaten und Zahlen der einzelnen sozialen Netzwerke.

Kennzahlen

Facebook
8261 Teilnehmer insgesamt
6239 Bieter von Gemeinschaft
2022 Gemeinschaftssuchende
807 Matches

Twitter
9692 Teilnehmer insgesamt
7465 Bieter von Gemeinschaft
2227 Gemeinschaftssuchende
1219 Matches

Instagram
315 Teilnehmer insgesamt
160 Bieter von Gemeinschaft
155 Gemeinschaftssuchende
0 Matches (20 wurden nach Facebook überführt)

Interpretation

Wie aus den Zahlen zu ersehen ist, sollte es unproblematisch sein Menschen bei so einem breiten Angebot überall unterbringen zu können, wenn da nicht die Geografie oder andere Einschränkungen wären, welche die Vermittlung nicht immer von Anfang an einfach machten. Von daher kommen wir nun zur Interpretation der Zahlen.

Nach den ersten Erfahrungen auf Facebook, wurde klar, dass die Nutzer dort deutlich mehr Führung und Anleitung benötigen. Zeitlich war es kaum möglich sich mit den Schwierigkeiten der Nutzer angemessen zu befassen. So hatten viele User Schwierigkeiten überhaupt den Kontakt zur Facebookseite aufzubauen oder ihnen war nicht klar wie das Konzept funktioniert. Im Extremfall bekamen wir E-Mails in denen gefragt wurde, wie denn die Seite kontaktiert werden sollte. Eine weitere Schwierigkeit war der Umgang mit den Nutzer eigenen Postfächern in Facebook. Teils war den Nutzern nicht klar, dass es so etwas wie einen Spamordner im Nachrichteneingang von Facebook gibt. Auf diesen Umstand wiesen wir zwar mehrmals hin, aber wir gehen davon aus, dass in Zukunft kleine Medienkompetenzseiten als Anleitung auf der Webseite zu hinterlegen sind um einen schnelleren und leichteren Einstieg in die Thematik zu ermöglichen.

Auf Twitter war das Projekt bereits im Vorfeld durch #KeinerTwittertAllein des Vorjahres schon entsprechend bekannt und es gab auch die indirekte Teilnahme durch Nutzung des Hashtags #KeinerBleibtAllein in Verbindung mit dem Stadtnamen und der Art des Gesuchs oder Angebots. Allerdings wurde es dieses Jahr obwohl weitaus mehr Teilnehmer als zuvor gab, deutlich ruhiger. Was sich aber sowohl auf Facebook als auch auf Twitter für äußerst sinnvoll erwies, war die Unterteilung der internen Arbeitsschritte für die Vermittlung. Von daher waren zwei Drittel der Zeit mit der rohen Erfassung von Daten eingeplant und das restliche Drittel Zeit konnte effektiv mit der eigentlichen Vermittlung und der Etablierung von Matches aufgebracht werden.

Instagram war wie schon zu erwarten, hinsichtlich der Vermittlung und den totalen Teilnehmerzahlen, ferner liefen. Dies hängt aber auch mit dem medialen Fokus in Presse und TV auf Facebook und Twitter zusammen. Zusätzlich gab es keine ausgeplante Contentstrategie von unserer Seite welche den Account hätte zusätzlich fördern können. Allerdings konnte der Plattformvorteil von Facebook und Instagram ausgenutzt werden und die Nutzer auch dazu aktiviert werden die Facebookseite aufzusuchen, welche immerhin 20 der Teilnehmer ein Match einbrachte.

Nicht aufgeführt in den Zahlen sind die indirekten Teilnehmer, dies waren insgesamt 6335. Von welchen insgesamt 451 zur Telefonseelsorge weitergeleitet werden konnten oder in psychischen Extrembelastungssituationen durch Meldungen an die örtlichen Behörden deeskalierend eingegriffen werden konnte. 3217 der indirekten Teilnehmer wollten gar nicht als Teilnehmer des Projektes agieren, sondern vermissten eher vor Ort Beratung zu Veranstaltungen rund um Weihnachten und Silvester. Dahingehend konnten wir sehr gut auf unser Netzwerk an Veranstaltungen und örtliche Anschriften zurückgreifen. Ein weiterer Kollateraleffekt, war dass viele Nutzer uns direkt unterstützen wollten, in dem sie viral über das Projekt berichteten und Empfehlungen aussprechen wollten. Zusätzlich gab es auch viele die einfach wissen wollten, wie sie denn einfach vor Ort jemanden um die Weihnachtszeit Gesellschaft leisten können. Zu diesen Aktivierungen bzw. der viralen Unterstützung lassen sich 2667 Teilnehmer zählen.

Überraschenderweise liefen dieses Jahr die Vermittlungen in Österreich und der Schweiz bemerkenswert gut, auch wenn hier insgesamt gerade mal 208 Teilnehmer beteiligt waren. Es gab jedoch ähnlich wie aus unserer Erfahrung heraus ein Ost-Westgefälle. Grossstädte wurden meistens recht gut abgedeckt, aber ländlicherer Gebiete waren wie immer sehr schwer zu erschließen. So gab es bspw. in Hannover fast ein Drittel aller Gesellschaftsanbieter aus Facebook, aber so gut wie keine Suchenden. Was für uns zu einer paradoxen Situation führte, weil von uns verlangt wurde, wir sollten jetzt Gesellschaftssuchende aus Hannover überführen, wenn jedoch keine oder kaum welche im Teilnehmerpool sind, ist das recht schwer umzusetzen. Umgekehrt gab es dieses Phänomen natürlich auch. Dort war die Zuführung als Suchende zueinander jedoch nicht so gut, weil dort viele Ängste im Raum standen selbsttätig gemeinsam Weihnachten oder Silvester gemeinsam zu verbringen.

Feedback und Danke

Das Feedback zu den Matches war größtenteils sehr positiv, es gab jedoch auch häufig die Situation dass weder auf Nachrichten von uns noch auf Nachrichten der gematchten Teilnehmer reagiert wurde. Diese Anzahl haben wir in den oben aufgeführten Zahlen bereinigt.

Die Herausforderungen für das Jahr 2019 sind für uns also folgende: Visualisierung des Vermittlungskonzepts, einen noch leichteren Zugang zu uns etablieren, bessere Kommunikation im Community Management mit den Teilnehmern, zusätzlich möchten wir dieses Jahr die Zusammenarbeit mit der Facebookgruppe „Weihnachten nicht allein“ sinnvoll ausbauen und intensivieren.

Wir möchten trotz allem Danken. Allen voran die evangelische Kirche (durch das Gemeinschaftswerk der evangelistischen Publizistik, Chrismon und evangelisch.de), die Telefonseelsorge, den Teilnehmern, der hervorragenden Community auf Twitter, Facebook und Instagram und allen Pressevertretern welche uns massiv bei der Öffentlichkeitsarbeit geholfen haben. Ohne Euch, wären 2026 Personen am Jahresende 2018 alleine gewesen.