Dieses Jahr war bisher das erfolgreichste Jahr für die Initiative #KeinerBleibtAllein. Mit insgesamt 61520 Teilnehmern und einem immens hohen Anteil an Gastgebern von ca. 90% der Gesamtteilnahmen ausmachten, sahen sehr erfolgversprechend für das Vermittlungsverfahren. Aber zunächst stellen wir die rohen Zahlen vor. In diesen wurden die eigentlichen Matches nicht beachtet, sondern nochmals intern separat ausgewertet.

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Teilnehmer 38184 23162 174 61520
Gastgeber 34007 21186 142 55335
GG Heiligabend 17724 8573 90 26387
GG 1. Weihnachtstag 1609 2301 15 3925
GG 2. Weihnachtstag 629 1123 10 1762
GG Silvester 14045 9189 27 23261
Gäste 2675 3478 32 6185
G Heiligabend 690 2301 28 3019
G 1. Weihnachtstag 87 152 0 239
G 2. Weihnachtstag 46 100 0 146
G Silvester 1852 925 4 2781

Verlauf

Die Schwerpunkte der eigentlichen Teilnahmen waren wie die Jahre zuvor üblich die höchsten Feiertage, sprich Heiligabend und Silvester. Was jetzt hier nicht abgebildet werden kann, ist der progressive Anstieg durch die jeweiligen Meilensteine, die in der Berichterstattung durchlaufen werden konnten oder auch nicht durchlaufen wurden. So gab es durch die Ausstrahlung von zwei Beiträgen durch das ZDF und SAT1 selbstverständlich signifikante Anstiege in der Zeit kurz Heiligabend. Gänzlich ausgeblieben ist nahezu jede Form von Berichterstattung nach den Feiertagen, was kurzzeitig bei manchen Teilnehmern wieder den Eindruck weckte, bei dem Projekt ginge es gar nicht um Silvester. Durch die recht kurzfristigen (oder auch langfristigen) Ab- und Zusagen für das Projekt gab es dadurch bspw. auch in den Last Minute Phasen kurz vor den Stichtagen auch kommunikative Abbrüche zwischen uns bzw. den einzelnen Teilnehmern. Unabhängig von der Berichterstattung hatten wir zum 23.12. und dem 24.12. einen exorbitant hohen Zuwachs von knapp 8000 Teilnahmen pro Tag der sich größtenteils auf Panik vor den Feiertagen oder der spontanen Feststellung doch noch Platz unterm Weihnachtsbaum zu haben zurückschließen ließ.

Akzeptanz

Innerhalb der Teilnehmerpools war dieser Anstieg noch vertretbar, in Situationen in denen es jedoch etwas Anleitung brauchte, hatten sowohl die Teilnehmer als auch unsere Moderation in der Facebookgruppe Weihnachten nicht allein die Aufgabe grundlegende Mechaniken der sozialen Netzwerke zu erläutern. Häufigster Punkt dabei ist sowohl die defizitäre Lesebereitschaft, als auch die fehlende Kompetenz mit bestimmten Medien umzugehen. Bspw. konnten Kommentare und Nachrichten aus Sicht der Nutzer oft nicht unterschieden werden.

Matches

Zu den eigentlichen Vermittlungen: Insgesamt waren wir dieses Jahr bei 2269 erfolgreichen Vermittlungen. Davon 1862 Heiligabend, 38 am 1. Weihnachtsfeiertag, 57 am 2. Weihnachtsfeiertag und 312 zu Silvester. Wie kommt es zu diesen Zahlen? Wir führen diese auf verschiedene Aspekte innerhalb der diesjährigen Vermittlung zurück. Zum einen ist Weihnachten als solches ein hochintimes Fest, also wurden im Vorfeld während der aktiven Vorstellung der Matches auch schon im Vorfeld das Treffen so vorkonfiguriert, dass es in der Regel zu keiner Übereinkunft vieler Teilnehmer kam. Bspw. der Gast solle „nur alleinerziehend“, „vegan“, „Nichtraucher“, „xy Jahre alt sein“. Der andere Aspekt war natürlich die regionale Verbreitung des Projektes und der Bekanntheitsgrad. So hatten wir bspw. Städte wie Wien oder Augsburg die vor Gastgebern nahezu platzten, aber eben auch andere Städte in denen zwar Gäste vorhanden waren, jedoch mit diversen Einschränkungen hinlänglich Mobilität, Gesundheit, seelische Verfassung. Dies war oftmals das Gesamtbild zu Weihnachten, welche die Vermittlung vehement erschwerten.
Silvester dagegen wurde zu einem positiv selbstorganisierenden Event, bei welchem sich viele der Teilnehmer unabhängig von uns bspw. in der Facebookgruppe oder Twitter und Instagram sich mittels #KeinerBleibtAllein Hashtag selbst Kontakt aufbauten. Darum waren schlussendlich von den knapp 3000 Gästen, die sich zum Jahresende meldeten, lediglich 300 als Matches gezählt worden, weil ein Großteil für sich selbst schon privat oder über das Projekt selbst eine Lösung gefunden hat.

Feedback und Mitteilungskultur

Bemerkenswert für dieses Jahr jedoch ist die von uns oft erörterte Sensibilität für das Projekt. Es gibt kaum Präsenzen in den sozialen Medien der eigentlichen Treffen wie bspw. Twitter, Instagram oder eben Facebook. Wir selbst haben intern sehr viel positives Feedback in Form von Nachrichten erhalten, aber dafür wurde auch der Altersschnitt nochmals jünger. Im Kern wenden sich 30-50jährige an uns. Zu Silvester tendierend eher 25-40jährige. In einem familiären oder direkt freundschaftlichen Kontext wäre das für die Generation etwas anderes über die Feste zu berichten, bei einem Treffen mit „Fremden“ wird dieses Ereignis dennoch mit Scham belegt und von daher gibt es auch kaum Signale der jeweils stattgefundenen Treffen.

Nächste Schritte und Kreativpause

Aus all diesen Erfahrungen heraus und auch der Art und Weise wie wir als ehrenamtliche Initiative in Zukunft besser mit Herausforderungen der medialen Aussteuerung, Prozessreduktionen und dem Umbau der Website KeinerBleibtAllein zu einem Informations- und Präventionsportal unterjährig umgehen, werden wir wie jedes Jahr zunächst in eine mindestens sechswöchige Kreativpause gehen.

Danke für Eure Unterstützung!

Wir melden uns also im Februar wieder und würden uns natürlich freuen, wenn wir Euch dann ebenfalls wieder sehen können, um gemeinsam mit Eurer Hilfe zum ersten digitalen Ansprechpartner für Einsamkeit und Alleinsein im deutschsprachigen Raum werden zu können.

Dein KeinerBleibtAllein Team