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Wie mit Sicherheit schon wahrgenommen wurde, fand der „Big Bang“ des gemeinsamen Kampagnenstartes von #KeinerBleibtAllein zur Adventszeit mit der evangelischen Kirche und der Telefonseelsorge dieser Tage am 25.11.2018 auf Twitter, Facebook und Instagram statt. Jetzt nach nun mehr zehn Tagen haben wir viele Fragen aus allen Richtungen bekommen und möchten in diesem Sinne mit diesem Beitrag ein wenig zu den Konditionen, den Regeln und den Erwartungen an das Projekt deklarieren und ausführen. Kommen wir zunächst zu den Konditionen:

Konditionen und Regeln

  1. Wie funktioniert die Vermittlung? Schicke uns eine Nachricht an einen der bekannten Accounts unter #KeinerBleibtAllein mit Angabe von Ort und der Form des Gesuchs oder des Angebots. Wir versuchen schnellstmöglichst zu Antworten.
  2. Es werden ausschließlich Nachrichten über die bekannten Social Networks Facebook, Twitter und Instagram angenommen. E-Mails sind dieses Jahr von der Vermittlung ausgeschlossen. Wir berufen uns dabei auf die Konzeption des Projektes, welches explizit mit Hashtag aufgeführt wird und dadurch impliziert, dass nur soziale Netzwerke derzeit teilnehmen können. E-Mails werden lediglich weitergeleitet an unseren Kooperationspartner der Facebookgruppe „Weihnachten (nicht) allein 2018“, weil wir aufgrund der internen Prozesse damit einfach nicht arbeiten können und ein vielfach höherer Aufwand bei uns entstehen würde. In der Konsequenz dieser Beschränkungen ist es uns natürlich nicht möglich Menschen ohne Internet- oder Social Network Anbindung zu bedienen. Falls Ihr dennoch vor Ort helfen möchtet, könnt Ihr Euch ebenfalls an uns wenden und wir können Tipps dazu geben was Eure Gemeinde für Angebote anbietet. Wir bitten daher an dieser Stelle um Verständnis.
  3. Aufgrund der Vielzahl an Nachrichten ist es uns nicht möglich, alle Nachrichten zeitnah zu beantworten. Von daher gibt es das von uns selbst gesetzte Zeitfenster von 96 Stunden innerhalb derer wir Dir eine Antwort garantieren können. Auch an dieser Stelle bitten wir um dein Verständnis. Aktuell (Stand 7.12.) sind wir bei ca. 24 Stunden innerhalb derer Nachrichten kapazitiv beantwortet werden.
  4. Wir vermitteln nur Kontakt. Wir prüfen keinerlei Präferenzen oder ähnliches. Wenn wir die einzelnen Wünsche berücksichtigen würden, hätten wir abgesehen von impliziter Diskriminierung Andersartiger, auch einen noch höheren Vermittlungsaufwand. Die einzigen Dinge die wir berücksichtigen können und möchten, sind inklusive Themen. Bspw. Wenn jemand auf einen Rollstuhl angewiesen ist, benötigen wir natürlich auch jemanden der von sich aus sagt die Lokalität des Treffens ist barrierefrei.
    Falls der Kontakt doch nicht zusagt, kann man sich immer noch an uns wenden und wir werden versuchen jemanden anderen zu finden der entweder Gemeinschaft anbietet oder Gemeinschaft sucht. Wir können jedoch keinerlei Garantie für eine erfolgreiche Vermittlung aussprechen, unabhängig davon ob jemand sucht oder bietet. Hintergrund dessen wiederum, ist dass mit Menschen gearbeitet wird. Und manchmal kommt man eben gut miteinander klar und manchmal nicht.
  5. Wir sind eine offene, interkulturelle und vor allen Dingen gemeinnützige Organisation. Jegliche Formen von Extremismus, Beleidigungen, Diffamierungen oder offener Diskriminierung führen zu einem sofortigen Verweis aus dem Teilnehmerpool.

Aktueller Status

Laut aktuellstem Stand, kann das Projekt schon jetzt auf eine höhere Verbreitung zurückblicken, als im vergangenen Jahr mit dem Archetypen #KeinerTwittertAllein. Momentan sind uns über 80 Veranstaltungen (bspw. Weihnachtsfeiern von gemeinnützigen Trägern), 2115 Gemeinschaftsanbieter und 417 Gemeinschaftssuchende bekannt geworden. Dabei sprechen wir nur von den uns zugeführten Nachrichten. Glücklicherweise nimmt die Verwendung des Hashtags #KeinerBleibtAllein den von uns erhofften Nebeneffekt mit und couragiert mehr und mehr Leute von sich aus in öffentlichen Tweets oder Beiträgen nach Gemeinschaft zu suchen oder Gemeinschaft zu bieten. An dieser Stelle haben wir natürlich keinen Überblick. Wir denken aber mit nochmal knapp 20 % weiteren sogenannten indirekten Teilnehmern des Projekts. Zusätzlich haben wir sehr viele Zuschriften von Menschen erhalten, die jetzt von sich aus mehr auf andere Menschen zugehen oder bspw. 2-3 Stunden bei einem Seniorennachmittag verbringen.

Eine weitere Erkenntnis die sich aus dem Projekt bisher niederschlägt ist die Form wie Einsamkeit mittlerweile öffentlich wahrgenommen wird. Mit dem beheben des Alleinseins kann die Einsamkeit als Nebeneffekt zumindest eingedämmt werden. Gewissermaßen bekämpfen wir damit eines der Tabuthemen der westlichen Zivilgesellschaft, eines Ereignisses, dass jederzeit stattfindet aber noch nie konkret adressiert wurde. Der Tod bspw. findet statt. Auf ihn muss man reagieren. Einsamkeit findet aber auch statt. Man kann auf Sie nicht reagieren, dazu ist diese zu intim. Was uns allen also bleibt, ist es diese Einsamkeit zu veräußern. Dazu haben wir #KeinerBleibtAllein gemacht. Damit Ihr auch offen und ohne Scham darüber reden könnt.

Wie könnt Ihr dabei helfen? Schreibt von #KeinerBleibtAllein, erzählt von uns, verbreitet uns. Wenn Ihr Fragen haben solltet schreibt uns eine Nachricht.

Danke, dass Du uns bis herher gebracht hast und vielen Menschen die alleine sind hilfst.